CRISPR/Cas-Methode- die programmierbare Gen-Schere

Gerade als ich im Biologie Unterricht verstanden hatte, wie man Getreide gentechnologisch verändert, hat ein chinesischer Forscher mit der Hilfe eines Proteins namens Crisp/Cas9 Zwillinge erzeugt, die immun gegen Aids sind.

Die CRISPR/Cas Technik

CRISPR/Cas9 ist die Abkürzung für ein Verfahren, mir der DNA-Bausteine im Erbgut verändert werden können. Durch das sogenannte «Genom Editing» kann die DNA gezielt geschnitten werden und somit können einzelne Gene editiert, also umgeschrieben werden. Das System basiert auf ein Abwehrmechanismus von Bakterien, dem sogenannten CRISPR. Der Mechanismus ist derselbe wie bei natürlichen Mutationen und auch bei Pflanzen und Tieren anwendbar. das Cas9-Protein dient als molekulare Schere, um die DNA an bestimmten Stellen durchzuschneiden.

Eine einfache Methode, um gezielt Genkrankheiten zu behandeln, und auch sonst präzise an Lebewesen zu forschen, was ist da noch das Problem?

Eingriff in die Evolution

Von fluoreszierend Fischen bis zu Vitamin A reichem Reis, die Gentechnologie ist schon sehr lange ein Bestandteil unseres Lebens. CRISPR macht eine günstige und schnelle Forschung möglich und gilt als eine Revolution in der Wissenschaft. Wie schon gesagt, Gentechnologie ist nichts neues und wird seit den 1970er Jahren verwendet, doch nicht in der Art, wie es der Wissenschaftler He Jiankui gemacht hat.

Wer ist He Jiankui?

He Jiankui

He Jiankui ist ein chinesischer Biophysiker und der Auslöser von heftigen Debatten im Jahr 2018. Nach seinen Angaben wurde das Erbgut von den durch künstliche Befruchtung gezeugten Zwillingsschwestern Lulu und Nana mit der CRISPR/Cas-Methode verändert.

Da der Vater der Zwillingsschwestern mit HIV infiziert war, deaktivierte He Jiankui das Gen für den Rezeptor CCR5. Der CCr5-Rezeptor ist für die HIV-Infektion verantwortlich und macht das Andocken von HI-Viren an Makrophagen (Fresszellen des Immunsystems) möglich. Die Zwillinge Nana und Lulu müssen nie mehr Angst vor einer Ansteckung haben, doch die ganze Sache hat viel mehr als mit nur einer Krankheit, einer Schwangerschaft und zwei Kindern zu tun. Das Hauptproblem ist der Eingriff in die Evolution. Der Entwicklungsprozess dieser Technik ist noch lange nicht beendet und bereit zur Anwendung.

Dazu ist es auch nicht legal, an Embryonen herum zu tüfteln und He Jiankui wurde 2019 zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt und mehrheitlich aus ethnischen Gründen kritisiert. In der Arbeit von He fehlten Angaben zur Finanzierung der Studie. Dazu wurden Hinweise gefunden, die aufzeigen, dass He ein Geschäftsfeld Medizin-Tourismus für genmanipulierte Babys aufziehen wollte, wobei er Unterstützung in Zentren für künstliche Befruchtung in den USA suchte. Seit dem 27. November 2018 trat He Jiankui nicht mehr in der Öffentlichkeit auf.

Wer trägt die Verantwortung?

Seit der Coronakrise sind wieder Diskussion über die Wissenschaft und deren Grenzen ein sehr aktuelles Thema. Wer definiert die Grenzen der Wissenschaft, und wie weit darf die Wissenschaft und Forschung gehen?

Das sogenannte «Genom Editing» beeinflusst nicht nur das bearbeitete Lebewesen, sondern auch durch Eingriff in die Keimbahnen alle weiteren Generationen. Nicht nur Krankheiten können mit dieser Technik bearbeitet werden, sondern auch Eigenschaften wie Grösse, Augenfarbe, Intelligenz und Muskeltyp. Der direkte Eingriff in die Evolution durch Bearbeitung der Keimzellen ist ein gefährlicher Schritt, da ein kleiner Fehler gesamte Generationen betreffen und beeinträchtigen kann.

Welche Verantwortungen müssen Wissenschaftler für ihre Erfindungen übernehmen? Herr Jiankui hat vielleicht niemanden ermordet, jedoch ein Experiment auf die Kosten gesamter Generationen der genetisch veränderten Familie geführt. Sogennante „Designer Babys“ sind Eigriffe, welche unwiderrufbar sind.

Außerdem können aufgrund der vorliegenden Daten aus seinen Forschungen nicht ausgeschlossen werden, dass der Eingriff in die DNA zu weiteren, unbeabsichtigten Mutationen geführt hat. Bis heute ist die Situation der Zwillingsschwestern nicht bekannt.

Weitere Links zum Thema:

https://gensuisse.ch/de/crisprcas

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